freie Wähler in Bamberg

 Anträge und Anfragen

Kostenlose Behandlung von zwei kriegsverletzten Kindern im Jahre 2002 im Klinikum Bamberg; interfraktioneller Antrag

Antragsteller: Sprecherin und Sprecher der Stadtratsfraktionen im Gesundheitssenat des Klinikums Bamberg. Bearbeiter ÜBG-Fraktion: Dr. Helmut Täuber

Antrag vom 09.11.2001

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

immer mehr Kinder sind Opfer von Kriegen.
Wie diese Schwerverletzten weiter leben, ist von der Qualität ihrer frühen medizinischen Versorgung abhängig. Im Bamberger Klinikum sind beste Behandlung und Pflege gewährleistet. Um zwei kriegsverletzten Kindern die Chance auf ein lebenswertes Weiterleben nach der Rückkehr in ihr Heimatland zu geben, stellen die Sprecher aller Fraktionen im Gesundheitssenat folgenden Antrag:

Im Jahre 2002 werden zwei kriegsverletzte Kinder, die offiziell von der Organisation FRIEDENSDORF INTERNATIONAL (F.I.) betreut werden, im Klinikum Bamberg kostenlos stationär behandelt und gepflegt.

Begründung:

F.I. ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation (siehe Anlage). Sie lässt seit drei Jahrzehnten durch Ärzte ihres Vertrauens in Krisengebieten (z.B. in Afghanistan oder Pakistan) kriegsverletzte, transportfähige Kinder auswählen, holt sie mit eigenem Transportflugzeug ab und verteilt sie zur Akut-Behandlung in aufnahmebereite Krankenhäuser. Die Behandlung dauert i.d.R. vier Wochen. Danach werden die Kinder in die F.I.- eigene Weiterbehandlungs- und Rehabilitationseinrichtung in Oberhausen, das eigentliche Friedensdorf in der BRD gebracht. Ca. sechs Monate später müssen sie zu ihren Familien zurückgeflogen werden; ein Bleibe- oder Asylrecht ist von den Regierungen von vorneherein ausgeschlossen.

Das Ziel aller Bemühungen von F.I. ist die volle Integration der Kinder im Heimatland und in ihren Familien.

Für die Akutbehandlung eines Kindes entstehen dem Klinikum Kosten für die weiterführende Diagnostik, Behandlung, Unterbringung und Pflege. Diese lassen sich nur grob schätzen. Erfahrene Ärzte veranschlagen die Teilkosten für chirurgischem Material, Medikamente und Verbandsstoffe z.B. bei einem bein- oder armverletzten Kind auf durchschnittlich DM 5.000.- (2.500 Euro).

Die Bereitschaft von Ärzten wie Pflegenden des Klinikums zur Versorgung von kriegsverletzten Kindern ist groß.

Die finanzielle Belastung des Klinikums ist überschaubar, zumal derzeit von einer Bamberger Gruppe geprüft wird, ob sie sich mit einer einmaligen Spende beteiligen kann.

Herr Oberbürgermeister, trotz der angespannten Haushaltssituation stellen wir diesen Antrag und sind uns sicher, dass dieses humanitäre Zeichen gleichermaßen der Gesundheit der beiden Kinder wie dem Selbstbewusstsein der Bamberger zugute kommt.