Bericht über die Zukunft der
stationären Gesundheitsversorgung im Raum Bamberg
Antragsteller: Dieter Weinsheimer und Oliver Saueressig, Fraktion „Die
Bamberger“
Antrag vom 5. 11. 2003
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
folgt man den Veröffentlichungen einschlägiger Publikationen,
gehen in Deutschland viele kommunale Krankenhäuser einer ungewissen
Zukunft entgegen. Demnach schmilzt der Bestand der öffentlichen Akutkrankenhäuser
in der Bundesrepublik beängstigend schnell ab. Während 1990
von
den insgesamt 2.200 Akutkrankenhäusern in der Bundesrepublik noch
1000 von Städten oder Landkreisen betrieben wurden, seien es im Jahre
2000 nur noch 700 gewesen. In der gleichen Zeit sei die Anzahl der Akutkrankenhäuser
unter privater Trägerschaft um ein Drittel angestiegen. Die Bettenzahl
habe sich von knapp 23 000 auf 39 000 erhöht, während die öffentlichen
Häuser in gleicher Zeit einen Rückgang um rund 100 000 Betten
zu verzeichnen hatten.
Die Reform des Gesundheitswesens hat Folgen für alle öffentlichen
Krankenhäuser des Landes.
So können z.B. mit der Einführung des neuen Fallpauschalensystems
(DRGs) aufgrund mangelnder Effizienz verursachte Defizite in Zukunft nicht
weiter bei den Krankenversicherungen abgeladen werden. Für mögliche
Defizite müssten aber bei öffentlichen bzw. kommunalen Krankenhäusern
weiterhin die Gebietskörperschaften aufkommen (z.B. die Stadt Bamberg).
Die prekäre finanzielle Situation der Städte und Landkreise
lässt hier keinen großen Handlungsraum erwarten.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, als Mitglieder des Gesundheitssenates
ist es für uns schwer vorstellbar, dass die Krankenhäuser in
der Region Bamberg von dieser bundesweiten Entwicklung unberührt
bleiben.
Mit diesem Schreiben wollen wir auf eine Problematik hinweisen, die unseres
Erachtens schon zu lange verdrängt worden ist. Der zeitliche Handlungsspielraum
wird von Fachleuten auf die nächsten beiden Jahre eingeengt.
Ziel der regionalen Gesundheitspolitik muss es sein, Perspektiven zu entwerfen,
für zukunfts-trächtige, überlebensfähige und medizinisch
spezialisierte Häuser und Abteilungen mit wirtschaftlichen Grundsätzen.
Im Raum Bamberg könnte das auf eine engere Zusammenarbeit und Abstimmung
der bestehenden Krankenhäuser in der Stadt und dem Landkreis hinauslaufen.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, im Einvernehmen mit unseren
Fraktionen stellen wir
den Antrag, noch während der Amtszeit des Gesundheitssenates einen
Sachstandsbericht zur
dargestellten Problematik zu geben.
Sollte die zur Verfügung stehende Zeit für einen Bericht im
Gesundheitssenat nicht mehr ausreichen, dann bitten wir das Thema auf
die Tagesordnung einer der nächsten Vollsitzungen zu nehmen.
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