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Dem Erfolgsgeheimnis auf der Spur

ÜBG -Delegation informierte sich im offenen Jugendtreff St. Urban

vgl. FT vom 19.2.01

Warum kann der offene Jugendtreff St. Urban mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln gute Arbeit leisten? Die Frage nach diesem "Geheimnis" stand im Mittelpunkt eines Informationsbesuchs "ÜBG unterwegs", den eine Delegation der Überparteilichen Bürger-Gemeinschaft (ÜBG e.V.) dem Jugendtreff im Gemeindehaus St.Urban abstattete. Stefan Fleischmann und Elmar Senghaas als maßgeblich Verantwortliche diskutierten mit den ÜBGlern. Fazit: In der sechsjährigen Jugendtreffentwicklung wurden vielfältige Schwierigkeiten gemeistert und insbesondere Fortschritte für die langfristige Integration von Jugendlichen aus Übersiedlerfamilien gemacht. Finanzielle Mittel brauche man im Wesentlichen für eine personelle Grundstruktur und um Projektideen verwirklichen zu können. Senghaas "Wir stehen mit einer positiven, von innerer Motivation getragenen Einstellung zu unserer Aufgabe".

Stefan Fleischmann, Theologiestudent und teilzeitbeschäftigter Streetworker und Elmar Senghaas, Pastoralreferent von St. Urban, erläuterten ihren Gästen zunächst Konzept und Rahmenbedingungen des stadtteilbezogenen offenen Jugendtreffs. Die Teilnahme der Jugendlichen sei nicht an Vorleistungen gebunden. Man gehe so gut wie möglich auf die Interessen und Bedürfnisse der Jugendlichen ein. Der Jugendtreff sei besonders "ein Stück weit Lernort". Es gehe einerseits um Rücksichtnahme, Einordnung in die Gemeinschaft, Einhalten von Regeln, andererseits übe man auch Fairness und Gerechtigkeit bei Fehlverhalten von Jugendlichen. Besonders in den ersten Jahren der Existenz des Jugendtreffs habe besonders auf der Seite der Erwachsenen einiges gelernt werden müssen.

Die Frage nach dem "Geheimnis" für den Erfolg des offenen Jugendtreffs St. Urban eröffnete eine rege Diskussion. Elementar seien, die Kontinuität eines "außerordentlich guten Betreuerteams" verschiedener Fachrichtungen (Theologie/Sozialpädagogik) und die Verfügbarkeit der finanziellen Mittel, um ein Angebot gestalten zu können. ÜBG-StR Dr. Helmut Täuber sah einen wesentlichen Aspekt darin, dass es dem kirchlichen Träger gelinge, Menschen aus dem Stadtteil für die ehren-amtliche Mitarbeit zu gewinnen. "Noch zu wenig", stellte S. Fleischmann fest, "um unser Helfernetz auszubauen, bräuchten wir noch einen hauptamtlichen Betreuer mit 20 Stunden Einsatz, der als Mentor wirke". Die finanzielle Frage sei auch bei dem "Mentorenkonzept" ein wesentlicher Punkt. Im Vergleich zu anderen Konzepten, die nahezu ausschließlich auf hauptamtliche Mitarbeiter aufbauten, aber noch verhältnismäßig finanzierbar, meinte Konrad Göller. Er fragte, wie das "Mentorenkonzept" bei der Konzeption von stadtteilbezogenen Jugendtreffs mehr Unterstützung erhalten könne. Der Vorsitzende der ÜBG-Stadtratsfraktion, Dieter Weinsheimer, stellte klar, dass seine Fraktion schon seit geraumer Zeit dafür werbe. Nur so könne eine flächendeckende Einrichtung von stadtteilbezogenen Jugendtreffs finanziert werden.

Die Stadt nähere sich zögernd diesem Konzept. Entscheidend seien die zielgerichtete Umschichtung der vorhandenen Finanzen und die Gewinnung geeigneter Träger für offene Jugendtreffs. Weinsheimer nannte als weiteres Beispiel für eine gelungene Konzeption den Jugendtreff "Immer hin". Dieser erfülle mit wesentlich weniger Kostenaufwand schon längst die Funktion des überdimensionierten städtischen Jugendzentrums. Der Besuch der ÜBG-Delegation schloss mit einem von Jugendlichen selbst kommentierten Lichtbildervortrag über die vielfältigen Aktivitäten des Treffpunkts St. Urban, z.B. den "Keith-Haring"-, Band- und Computerraum; Angebote wie z.B. Filmabende, verschiedene Turniere, Fahrten und anderes mehr.