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Alternativplanung für City-Passage erwünscht

ÜBG-Stadträte sprachen mit Heimatpfleger Dr. Guth über City-Passage

vgl. FT vom 27.12.01

Der Standpunkt von Heimatpfleger Prof. Dr. Klaus Guth zum Thema City-Passage interessierte die überparteilich-freie Fraktion im Bamberger Stadtrat. In einem Gespräch legte Prof. Guth die Vorstellungen der Heimatpflege für eine stadtverträgliche Planung dar. Fraktionsvorsitzender Dieter Weinsheimer äußerte sich grundsätzlich zustimmend zu den Ausführungen von Dr. Guth, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Fraktion weiterhin zum Gelingen des Projekts City-Passage beitragen wolle.

Prof. Guth erläuterte zunächst die Aufgaben, die der vom Stadtrat neu eingesetzte Planungsbeirat unter Einbeziehung der Heimatpflege zum Projekt City-Passage wahrnimmt. Deutlich stellte er dann die kritischen Punkte aus der Sicht der Heimatpflege heraus. Diskussions- und veränderungswürdig seien das Volumen der Baumasse, die vorgelegte horizontale Führungslinie der geplanten Architektur der Passage, die Höhe der Kopfbauten, der Abriss der ehemaligen Kreissparkasse anstelle von Integration in die Neuplanung, die Anlieferung der Waren zur City-Passage durch die enge Hellerstraße, der Abriss von Einzeldenkmälern dort und die Veränderung des Ensembles Hellerstraße, die Planung einer neuen Tiefgarage im Umfeld von drei bestehenden Garagen (Schönleinsplatz, Geyerswörth, Maxplatz bzw. Georgendamm) anstatt der Einplanung eines Parkhauses an der Stelle des alten Landratsamtes, die Störung der Dachlandschaft Bambergs in der bisherigen Planung durch eine geradlinig geführte Bedachung der Passage. Prof. Guth stellte klar, dass die Verbesserung der Einkaufsstruktur im Kernbereich der Stadt im Interesse der Bürger notwendig sei. Die Kosten-Nutzen-Rechnung dürfe aber nicht zu Ungunsten des Stadtbildes, der historischen Struktur der Stadt, der Einzeldenkmäler ausfallen und zu einer neuen Verkehrsbelastung im Einzugsbereich führen. Daher fordere die Heimatpflege eine stadtverträgliche Planung des Investors bereits bei der Vorlage der Architekturpläne. Es fehle aus der Sicht der Heimatpflege eine stadtgerechte und denkmalpflegerisch abgestimmte Alternativplanung, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Branchenmix, ein Quartiermodell mit Verkehrsanbindungsvorschlägen und eine Zusammenstellung der Auswirkungen auf Nachbarbauten. Der lebendige Stadtorganismus Weltkultur-Erbe und sein Erhalt vertrügen auch bei aller notwendigen Fortentwicklung keine rein funktional ausgelegte Architektur in alter Umgebung. Der Titel "Weltkultur-Erbe-Stadt" sei Verpflichtung und Kennzeichen Bambergs, argumentierte Prof. Guth. Das habe sich bisher auch wirtschaftlich ausgezahlt. Es müsse die Frage beantwortet werden, ob das Großprojekt City-Passage auch dienlich für das Einkaufserlebnis in der Weltkultur-Erbe-Stadt Bamberg sein wird.

Die Ausführungen des Heimatpflegers wurden von den überparteilichen Stadträten intensiv diskutiert. Fraktionsvorsitzender Weinsheimer dankte Prof. Guth für die kompetente und kritische Würdigung des Projekts Citypassage. Verschiedene Sachverhalte würden mit Sicherheit bei der Entscheidungsfindung der Fraktion berücksichtigt werden.