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Ein Haus der Begegnung, ein Ort zum Kräfte sammelnÜBG-Fraktion beeindruckt vom Besuch im Hospizhaus - Die Nähe dem Tod ist den Helfern nicht nur Belastungvgl. FT vom 29.3.01 "Das Hospizhaus ist ja ein Haus der Begegnung", staunte Gertrud Schulz von der Überparteilichen Bürger-Gemeinschaft (ÜBG e.V.) nach ihrem Besuch auf der Palliativstation am Bamberger Klinikum. Leben und Tod, Gesunde und Sterbende, professionelle und ehrenamtliche Helfer kämen sich hier ganz nahe. "Über ein Drittel der Menschen mit einer unheilbaren Krankheit" so betonte Stationsärztin Dr. Gliemann, "verlassen das Haus mit neuer Kraft, um am Ort ihrer Wahl bewusst leben und sterben zu können". Man sei besonders darauf eingestellt, Kranken mit starken Schmerzen oder anderen quälenden Krankheitszeichen helfen zu können. Die Resonanzen von Patienten und Angehörigen seien bisher sehr positiv gewesen: In einem bereits fast voll geschriebenen "Buch der Erinnerungen" konnten sich die Mitglieder einer Delegation von ihrer großen Zufriedenheit und Dankbarkeit überzeugen. Die ÜBG besuchte die Palliativstation am Bamberger Klinikum, das Hospizhaus im Rahmen ihrer Informationsreihe "ÜBG unterwegs". Der stellvertretende Vorsitzende des Hospizvereins, Konrad Göller, stellte zunächst den Verein und sein Zusammenwirken mit der Palliativstation am Klinikum im Hospizhaus Bamberg vor. Unter einem Dach seien ärztliche Versorgung, professionelle stationäre Pflege und ehrenamtliche Hilfe gewährleistet, die auf die besonderen Bedürfnisse der schwerkranken Patienten abgestimmt sei. Das Haus sei offen für einen engen Kontakt mit den Angehörigen bis zuletzt. Mit viel Licht, Nähe zur Natur und Raum für Begegnung sei eine Atmosphäre möglich, die an zu Hause erinnert. Die Hospizidee, die Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen werde hier durch die Verknüpfung mit einer Krankenhausstation (=Palliativstation) verwirklicht; das beabsichtigte hospizliche Wirken sei sonst nicht finanzierbar. Konrad Göller berichtete, dass der Hospizverein e.V. ca 500 Mitglieder habe, davon seien 50 bis 60 im ehrenamtlichen Einsatz; insgesamt rund 10 000 Stunden im Jahr begleite man Sterbende ambulant in Stadt und Landkreis. Die medizinische Leistung werde vom Klinikum erbracht; die Krankenkassen würden auch die Kosten wie auf jeder anderen Station übernehmen. Krankenschwester Johanna Giel schilderte den täglichen Betrieb im Hospizhaus. Einen Großteil der Zeit nähmen die Gespräche mit den Patienten ein; es werde besonderer Wert darauf gelegt, dass sich die Patienten wohl fühlten. Die Krankenzimmer seien funktional und wohnlich eingerichtet , sie könnten individuell mitgestaltet werden. Das Krankenhauspersonal leiste die notwendige grundlegende Arbeit, betonte die Pflegedirektorin des Klinikums, Frau Ursula Morsbach. Der Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen des Hospizvereins ("Die Hospizhelfer sind größtenteils Frauen".) mache das Besondere aus. Diese würden das hauptamtliche Personal bei der täglichen Arbeit unterstützen und z.B. den Patienten auch vorlesen, sie zum Gottesdienst oder Meditation begleiten, das Essen individuell zubereiten, als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. In der Diskussion nahm das Thema "Sterbekultur" wesentlichen Raum ein. Prof. Dr. Klaus Guth stellte die Frage "Wie halten Sie das aus, dem Tod dauernd so nahe zu stehen?" Mit Professionalität, viel Teamgesprächen und insbesondere aufgrund der Zufriedenheit darüber, den Sterbenden menschlich begleitet zu haben, war die Antwort. Anneliese Hofmann von der ÜBG berichtete, dass die richtige Begleitung eines sterbenden Angehörigen die Menschen verändere, ihnen insbesondere ein Stück Angst vor dem eigenen Tod nehme. Stadtrat Dr. Helmut Täuber stellte heraus, wie wichtig es sei, dass über das Sterben und insbesondere über die Begleitung von Sterbenden wieder "laut nachgedacht und gesprochen" werde. Das Verdrängen führe zu Angst und bewirke, dass die Sterbenden allein gelassen würden. Der Hospizgedanke sei ein mutiges Zeichen gegen eine gesellschaftlich bedenkliche Entwicklung. Die aufgrund einer Dienstreise zunächst verhinderte 1. Vorsitzende des Hospizvereins, Christine Denzler-Labisch und Frau Morsbach führten die Gäste abschließend durch das Haus. Der Vorsitzende der ÜBG, Wolfgang Wußmann, dankte dem Hospizverein für seine segensreiche Arbeit und überreichte ein Dankgeschenk. | ||