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"Auf sozialem Gebiet nur Vorteile"ÜBG im Gespräch mit Joseph-Stiftung und Stadtbau über mögliche Fusionvgl. FT vom 12.4.01 Sollten Joseph-Stiftung (JS) und Stadtbau GmbH zusammengehen, dann würden auf sozialem Gebiet die Vorteile deutlich überwiegen. Zu diesem Ergebnis kam die überparteilich-freie Stadtratsfraktion (ÜBG-FW) nach einem Gespräch mit der Geschäftsleitung beider Unternehmen. Die finanziellen und wirtschaftlichen Aspekte diskutierte man zwar, stellte eine Bewertung aber noch zurück, weil ein in Auftrag gegebenes Gutachten dazu abgewartet werden soll. Das seit rund vier Jahren von der JS in Bamberg und andernorts entwickelte Quartiersmanagement sei mit integrierter Jugendarbeit, Mietschulden- und Mieterkonfliktberatung vorbildlich. Insbesondere der von der JS seit einigen Jahren betriebene Familien-Wohnungsbau suche seinesgleichen. Der Geschäftsführer der Stadtbau-GmbH, Heinrich Kemmer, stellte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seines Unternehmens heraus. Er wies aber darauf hin, dass die zunehmende Alterung der vorhandenen Wohnungen schon bald große Probleme für die Stadtbau bewirken würde. So sei es absehbar, dass für den Sanierungsbedarf nicht das notwendige Geld vorhanden sei. Dieses Problem treffe die JS in ähnlicher Weise, wenngleich sie einen jüngeren Wohnungsbestand hat, meinte Wolfgang Pfeuffer, Vorstandssprecher der JS. Die JS baue den anstehenden Problemen - die durch die negative demografische Entwicklung im Land verstärkt werden - vor, indem sie schon seit geraumer Zeit ihren auf ehemals 62 Standorten verteilten Wohnbesitz nachhaltig auf größere Orte konzentriere. Dr. Pfeuffer und Heinrich Kemmer erblickten beide eindeutig wirtschaftliche Vorteile, wenn die zwei Wohnungsunternehmen zusammengingen. Die Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich der Unternehmen könnten in Bamberg alle erhalten bleiben, im Unterhalt und Modernisierungs-bereich würden Synergieeffekte eine Kostenminderung bewirken. H. Kemmer hob hervor, dass eine Stadt mit einem eigenen Wohnungsbauunternehmen zwar gestalten könne, aber nur dann, wenn genügend Geld zur Verfügung stehe. Dr. Pfeuffer legte die Vorzüge dar, welche sein Unternehmen als Stiftung genieße; zudem sei man nur dem erzbischöflichen Stuhl verantwortlich. Alle erwirtschafteten Mittel blieben im Unternehmen und würden notwendigen Vorhaben zugeführt. StR Heribert Gebert stellte die rhetorische Frage, wem als Gewährsträger mehr Vertrauen entgegengebracht werden könne: einer finanziell gebeutelten Stadt oder dem erzbischöflichen Stuhl, der sich mit einer betont sozialen Wohnungsbaupolitik hervorgetan habe? Angesichts der vorhersehbaren finanziellen Belastungen und der Sozialverpflichtungen, die auf die Stadtbau zukämen bzw. bestünden, könne man auch nicht von einer "Verschleuderung von Tafelsilber" sprechen, sondern eher von einer Übergabe in sichere Hände, meinte StR Klaus Gallenz. "Die Gegner eines Zusammengehens von SJ und Stadtbau setzen vorwiegend auf Vorurteile und Ängste und schrecken selbst vor falschen Behauptungen nicht zurück", meinte StR Dr. Helmut Täuber. Fraktionsvorsitzender Dieter Weinsheimer gab zu bedenken, dass zum Beispiel die Behauptung, die JS würde konfessionsabhängig Mietsuchende bevorzugen oder benachteiligen, auch für die Fusionsgespräche abträglich sein könne; er machte nachdrücklich klar, dass die überparteilich-freie Fraktion solche Auswahlkriterien keinesfalls akzeptieren würde. Die Fraktion werde in jeder Hinsicht auf einer sorgsamen und sachlichen Prüfung bestehen und dann erst nach Abwägung der Interessen von Mietern und der Gesamtstadt entscheiden. | ||