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Der freie Geist wird gefördert
ÜBG diskutiert Einrichtung einer Montessori-Schule in Bamberg
vgl. FT vom 2.8.01
Wenn Kinder aus Bamberg oder Umgebung eine Montessori-Schule besuchen wollen, müssen sie derzeit nach Forchheim fahren. Mit der Frage nach den Voraussetzungen, auch in Bamberg eine Montessori-Grundschule einrichten zu können, beschäftigte man sich bei der überparteilich- freien Stadtratsfraktion. Zu Gast waren drei Vertreterinnen einer Initiative für eine Montessori-Grundschule in Bamberg. Simone Mattstedt, Gerdes Schneider und Ursula Knipping warben dafür und stellten sich den Fragen über die Besonderheiten.
Das Gespräch hatte StR Klaus Gallenz vermittelt, der die Gäste auch über die organisatorischen Eigenheiten der Bamberger Schullandschaft informierte. Konkret ging es den Vertreterinnen einer Montessorischule für Bamberg um die Möglichkeiten, geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Finanzielle Belastungen kämen voraussichtlich nicht auf die Stadt zu. Der Staat würde grundsätzlich für die Personalkosten aufkommen; zudem müssten die Schülereltern ein monatliches Schulgeld etwa in Höhe von Kindergartenkosten bezahlen. Mit Interesse diskutierten die ÜBG-Stadträte mit ihren Gästen die Montessori-Pädagogik. In einer Montessorischule werde mehr als in Regelschulen der "freie Geist in den Kindern" gefördert, meinte Simone Mattstedt, die Vorsitzende des Montessorivereins Bamberg.
Man setze darauf, dass Kinder aus sich selbst heraus motiviert seien. Deshalb stehe das "selbstständige Lernen in Freiarbeit und einer offenen Atmosphäre" im Vordergrund; die Zeiteinteilung im Tagesablauf sei darauf eingestellt. Die Montessori-Pädagogik richte sich an alle beschulbaren Kinder. Das Unterrichtsmaterial und die pädagogischen Prinzipien würden es ermöglichen, alle Kinder zu erreichen und in individueller Weise zu fördern. Freilich werde dazu auch ein größerer Personalaufwand und mehr Elterneinsatz benötigt als zum Beispiel in der Regelschule. Die inhaltlichen Vorgaben der staatlichen Lehrpläne würden auch für Montessorischulen gelten.
Mit großem Interesse hörten die ÜBG-Stadträte die Idee, der geplanten Montessori-Grundschule ein besonders musikbetontes Profil zu geben. "Wir denken an Sing- und Spielkreise, Chor- und Instrumentalunterricht", erläuterte Simone Mattstedt. "Ein für Bamberg gut gewähltes Profil", meinte dazu Fraktionsvorsitzender Dieter Weinsheimer. Bei dem schon gebotenen breiten Spektrum in Bamberg, müsse man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen, wenn man eine neue Schule einrichten wolle.
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