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ÜBG-Fraktion befasste sich bei Fachgespräch mit aktuellen Themenvgl. FT vom 11.10.01 Auf Einladung der überparteilich-freien Fraktion war der Bezirksvorsitzende der Freien Wähler (FW) in Oberfranken, Landrat Reinhardt Glauber, nach Bamberg gekommen. Themen des Fachgesprächs, an dem auch Oberbürgermeister Herbert Lauer teilnahm, waren die Entwicklung der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim, Konzepte für einer bedarfsorientierte Ganztagsschule oder Nachmittagsbetreuung sowie die Standpunktfindung in einer wieder aufgelebten Sperrstundendiskussion. Landrat Glauber ist auch der amtierende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bamberg-Forchheim. Die Gesprächsrunde eröffnete der Vorsitzende der überparteilich-freien Fraktion im Bamberger Stadtrat, Dieter Weinsheimer. Er stellte den möglichen Modellen einer bedarfsorientierten Ganztagsschule das Konzept der Nachmittagsbetreuung gegenüber. Weinsheimer berichtete von dem Pilotprojekt des Nachmittagsbetreuungskonzepts, das an zwei Forchheimer Schulen seit einem Jahr eingerichtet sei. Weinsheimer ist Rektor an einer dieser Schulen. Das Modell weise durchaus Vorzüge auf, werde aber im Vergleich zu einer Ganztagsschule immer eine "Schmalspurvariante" bleiben. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass sie als "FW Bayern" die Forderung des Bayerischen Städtetags nach der schrittweisen und bedarfsorientierten Einführung der Ganztagsschule unterstützen. Man sei sich dabei sehr bewusst, dass die Familie nach wie vor der Hauptträger von Erziehung sein müsse. Aber die gesellschaftspolitische Realität und voraussichtliche Zukunftsentwicklung erfordere die nachhaltige Unterstützung durch die Schule. LR Glauber konstatierte, dass auf Sicht auch in Bayern an der Ganztagsschule "kein Weg mehr vorbei führe". Mit der Frage "Was verbindet Forchheim mit Bamberg?", eröffnete Stadtrat Dr. Helmut Täuber die Aussprache über "Visionen" für die Entwicklungsachse Bamberg-Forchheim-Nürnberg. LR Glauber stellt zunächst fest, dass die Achse Bamberg-Nürnberg als eine der 15 interessanten Wirtschaftsachsen in Europa gilt. Forchheim sehe er als "Bindeglied" und in der Stärkung des Raumes Bamberg "ein Gegengewicht zum Ballungsraum Nürnberg". Insgesamt könne der Wirtschaftsraum Forchheim-Bamberg mehr Gewicht in Oberfranken gewinnen. Oberbürgermeister Lauer nannte den Ausbau und die Abstimmung der Wachstumsbranchen Tourismus und Kultur als einen Ansatzpunkt für eine positive Entwicklung. Er halte die Einrichtung einer gemeinsamen "Marketing-GmbH" für die Region für sinnvoll: "einen Manager, der wirbt und vernetzt". Grundsätzlich gebe es Entwicklungschancen im Dienstleistungsbereich. Wobei man an möglichst "kleinstrukurierte und zukunftsträchtige Unternehmen interessiert sei", meinte LR Glauber. Dr. Täuber widersprach der Vorstellung von einem "zugebauten Regnitztal" und postulierte eine Entwicklung mit offenen Strukturen und wenig Flächenverbrauch, was im Zeitalter der kommunikationstechnischen Vernetzung möglich sein müsse. Die Gesprächsteilnehmer sahen die Chance, dass die Repräsentanten der "Achse" über Parteigrenzen hinweg ihre Vorstellungen bündeln und eine gemeinsame Vision entwickeln. Die neue Diskussion um die Sperrzeiten sei im wesentlichen auch dadurch ausgelöst, dass "viele junge Leute erst um 23 Uhr ausgehen", meinte Stadtrat Klaus Gallenz. "Wir in Bamberg halten an der Sperrzeit für die Sandkerwa fest", bekräftigte OB Herbert Lauer. Es gehe hierbei nicht nur um den Schutz der Anwohner, sondern auch um den Erhalt der Sandkerwa überhaupt. Diese sei grundsätzlich gefährdet, wenn Anwohner damit begännen, diverse Klagen einzureichen. LR Glauber verwies darauf, dass die Stadt Forchheim bei ihrer Annakirchweih das Problem gut gelöst habe, indem sie für die späten Nachtstunden Alternativen außerhalb des Festgebietes anböte. Diese Möglichkeit bestehe auch in Bamberg und müsse vielleicht etwas bekannter gemacht werden, forderte FW-Vorstandsmitglied Wolfgang Kirchner. Es wäre schon viel getan, wenn endlich "die Musik nicht mehr so laut wäre", meinte LR Glauber. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass bei der Sperrzeit zwischen Einzelveranstaltungen und generellen Regelungen unterschieden werden müsse. Man sei überzeugt, dass grundsätzlich eine Lockerung eintreten werde, als Kommunalpolitiker sei man aber entschlossen, im berechtigten Falle die Anlieger und Nachbarn vor unzumutbaren Belästigungen zu schützen. | ||