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"Auch der Stadtrat ist gefordert"Freie Wähler wenden sich gegen Pastoralreferenten-Beschlussvgl. FT vom 29.01.04 Der kürzlich von der katholischen Bistumsleitung gefasste Beschluss der Einstellung von Ausbildung und Anstellung von Pastoralreferenten wird mittelfristig nicht ohne Einfluss auf die Bürger der Stadt Bamberg sein. Auch von Stadtoberhaupt und Stadtrat müsse daher eine Reaktion erfolgen; so lautet zusammengefasst das Ergebnis einer kurzfristig anberaumten Besprechung des Vorstands der Freien Wähler Bamberg (FWB). In der Konsequenz mache dieser Beschluss einen Rückzug der katholischen Kirche auf ihre Kernaufgaben deutlich – Gottesdienst und Sakramentenspendung - , da für alles andere das Personal fehle. Die möglicherweise gehegte Hoffnung, dass sich Diplomtheologen eher weihen lassen als arbeitslos zu werden, werde sich wohl nicht erfüllen, so FWB-Vorsitzender Peter Hofmann. Für die Stadt Bamberg bedeute dies, dass es nicht mehr lange dauern werde, bis der erste katholische Kindergarten wegen Aufgabe der Trägerschaft durch die katholische Kirche geschlossen oder von der Stadt übernommen werden muss. Ebenso wird es in der kirchlichen Jugendarbeit neben finanzieller Unterstützung nun auch bald an Personal fehlen, stellte Stadtrat Wolfgang Wussmann fest. Ehrenamtliche können diese Lücken nicht füllen, da sie Anleitung und Unterstützung brauchen. Zudem werde die kirchliche Entscheidung von vielen engagierten Christen als Ohrfeige für ihr bisheriges Engagement gesehen. Gerade vielen aktiven Frauen werde ihr niedriger Stellenwert durch die Kirchenoberen aufgezeigt, indem man für sie die Möglichkeit des hauptamtlichen Dienstes der Pastoralreferentin für die Zukunft ausschließe. Evelyn Strauch ergänzte, es habe nichts mehr mit Sparmaßnahmen zu tun, wenn eine ganze Berufsgruppe, die in Bamberger Pfarreien bisher hervorragende Arbeit geleistet habe, ausgelöscht werde, denn zerschlage man eine qualifizierte Ausbildung, baue man diese nach Jahren nicht so ohne weiteres wieder auf. Wenn infolge des gefassten Beschlusses neben der Auflösung der theologischen Fakultät nun in der Stadt auch qualifiziertes seelsorgliches Personal fehle, so wird letzteres, gerade in einer Stadt wie Bamberg viel größere Auswirkungen auf Stadtteile und Bürger haben. „Am Menschen dürfen wir zuletzt sparen, eher noch an Einrichtungen und Gebäuden", betonte Peter Hofmann. Unter diesem Aspekt müssen auch die Verantwortlichen der Stadt darauf einwirken, dass der gefasste Beschluss in der jetzt vorliegenden Form keinen Bestand haben darf. Denn dessen Auswirkungen betrachtend, handele es sich nicht nur um eine rein innerkirchliche Angelegenheit, so die Meinung des FWB-Vorstands. | ||